Adel verpflichtet!

Ahrensburg, 22.01.2010

Gewässerschutz wird für uns alle immer wichtiger. Die Zeiten gedankenloser Zerstörung und Begradigung von Flussläufen sind mittlerweile zum Glück Geschichte in Deutschland. Mit viel Aufwand und Geld laufen überall im Land umfangreiche Projekte der Renaturierung. So auch in Ahrensburg im Kreis Stormarn. Direkt am Schloss Ahrensburg in der kleinen Aue Ammersbek-Hunnau, wurde für fast eine halbe Million Euro, die teilweise aus Fördermitteln des Landes stammen, eine sogenannte Sohlgleite gebaut. Die Funktionsweise ist ähnlich der einer Fischtreppe. Eine Sohlgleite ist lediglich sehr lang aufgebaut, damit die Fische zum Aufstieg in Richtung ihrer Laichplätze quasi "Anlauf" nehmen können, um den Höhenunterschied zum Schlossteich überwinden zu können.

Einheimische Fische wie Bachforelle, Aal, Hecht und Barsch haben nun wieder die Möglichkeit tiefer in die flacheren Flussbereiche vorzudringen, um dort für Nachwuchs zu sorgen. Im August 2009 wurden zur Erhöhung der Artenvielfalt sogar Neunaugenlarven eingebracht. Bei früheren Besatzaktionen wurden bereits Meer-, Fluss- und Bachneunaugen-Larven ausgesetzt. Diese wurmähnlichen Tiere können fast 1 Meter lang werden und werden, wenn sie ausgewachsen sind ihre Wanderung durch Alster und Elbe bis in die Nordsee antreten! Der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird damit zumindest in diesem Gewässersystem Rechnung getragen. Sie schreibt vor, dass Flüsse von ihrer Mündung bis zur Quelle für Fische und Lebewesen durchschwimmbar sein müssen. Die Ammersbek-Hunnau ist also ein sehr positives Beispiel, wie Naturschutz funktionieren kann (und muss)!

Text und Fotos: Jörn Wittenberg


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