Rückkehr zum Polarkreis

Seeadler, Wale & Heilbutts

Bodö/Nordnorwegen im Juni 2012

Ende Juni war es endlich soweit und wir kehrten zurück nach Bodö. Unser Camp lag auf ca. 67 Grad Nord und somit in einer äußerst fischreichen Zone, die uns bereits 2011 eine tolle Fischerei bescherte. Schon der Transfer zum Camp gestaltete sich spektakulär. Wir wurden vom Flugplatz mit einem Bus abgeholt, der uns am Hafen von Bodö absetzte. Dort erwartete uns ein Festrumpfschlauchboot, was mit einem V8 Yamaha 350PS Außenborder bestückt war. Der Fahrer hatte für jeden von uns Überlebensanzüge und Schutzbrillen dabei. Und dann ging die Fahrt los! Die See war fast platt an diesem Abend und wir sausten mit gut 40 Km/h über das Wasser, um kurze Zeit später an einem Felsen Halt zu machen. Hier befindet sich die größte Seeadlerkolonie der Welt! Diese gigantischen Raubvögel können eine Spannweite von bis zu 2,60 Meter erreichen. Und wir bekamen während unseres 10-tägigen Aufenthaltes mehrfach welche zu Gesicht.

Gleich am darauffolgenden Tag befischten wir zum Einstieg eine Stelle, die wir noch aus dem letzten Jahr gut kannten und die Einschläge ließen auch nicht lange auf sich warten. Viele schöne Seelachse bis 16 Pfund landeten im Boot. Einer der allerersten Dorsche knackte gleich die 20 Pfund Marke und auch die andere Truppe, die das Appartement unter uns bewohnte, hatte Glück und fing einen schönen Seeteufel auf Gummimack. So konnte es ruhig weitergehen dachten alle von uns. Und so ging es auch weiter. Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter und mussten windbedingt nicht einen einzigen Tag pausieren, was für dieses Gebiet wirklich die absolute Ausnahme ist!

Wir bekamen insgesamt dreimal Wale zu Gesicht, wobei die allererste Sichtung auch die spektakulärste war. Es war eine riesige Walschule aus Grindwalen, wir schätzten die Gruppe auf rund 150 Tiere. Sie bewegten sich in einem mehrere hundert Meter langen Streifen an uns vorbei. Links, rechts, vor dem Boot, einfach überall konnte man die Tiere beim Auftauchen beobachten. Ein unbeschreibliches Gefühl kann ich nur sagen! Genauso unbeschreiblich und sicher eins der Highlight unserer diesjährigen Tour war der 70 Pfund Heilbutt von Sascha. Neugierig wie Butts nun mal sind, hat er Saschas Pilker bis ca. 20 Meter unter die Wasseroberfläche verfolgt um dann bretthart einzusteigen und erst mal wieder 70 Meter Schnur zu klauen und Richtung Grund abzuschießen. Allen auf dem Boot war sofort klar, da kommt was Schönes nach oben! Während Sascha den Drill zu meistern hatte, kümmerten wir uns um Platz auf dem Boot. Alle Ruten wurden bei Seite geschafft und der Bootshaken wurde mit einem Tau und einem Fender versehen, denn keiner wusste genau wie groß der Butt sein würde. Als er das erste Mal zu sehen war, konnte man auf Saschas Gesicht schon ein leichtes Grinsen ablesen, während ich mir überlegte wo in dem Maul ich den Bootshaken setzen konnte!? Einen so großen Fisch hatte ich bisher auch noch nicht gegafft bzw. gelandet. Als der Fisch an der Oberfläche war, zögerte ich nicht lange und setzte ihm so schnell wie möglich den Haken in das seitliche Maul. In diesem Moment rechnete ich damit, dass der Butt sofort auf der Stelle wendet und abtaucht. Doch er hing bombenfest am Bootshaken und ließ sich gleich im ersten Anlauf über die Bootswand ziehen. Im Boot begann er dann so heftig zu schlagen, dass er den Pilker durchbrach. Das Maßband zeigte 133cm an, wobei es sich später als Messfehler in der ganzen Aufregung rausstellte, der Butt maß 143cm und brachte exakt 35 Kilogramm auf die Waage. Das filetieren gestaltete sich ebenso spannend wie der Drill, denn es war Saschas erster Heilbutt überhaupt! Wunderschöne, schneeweiße Filets kamen zum Vorschein.

Im Laufe der Woche wurde das Wetter immer stabiler und die Luft erwärmte sich bis auf 18 Grad am Tag. Auch die in diesem Jahr sehr schwierig zu findenden Dorsche hatten wir mittlerweile zuverlässig lokalisiert und etliche Fische über 10 Kilo konnten wir im Laufe der Woche fangen. Am vorletzten Tag machten wir uns noch mal bei herrlichem Sonnenschein und T-Shirt Temperaturen einen entspannten Nachmittag an unserer "Seelachsstelle". Innerhalb von 2 Stunden kamen rund 10 kampfstarke Brummer zwischen 8 und 16 Pfund ins Boot. Eine tolle Zeit ging nun zu Ende und alle freuten sich darauf, die müden Drillarme mal wieder etwas zu schonen ;-)

Fotos und Text: Jörn Wittenberg und Marco Volland


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