Silber Heiligenkraut

Ostholstein, 28.04.2010

Das letzte April Wochenende hatte es in sich! Mit am Start waren auch wieder Andi und Fonsi, die erneut die lange Anfahrt aus dem Raum Stuttgart und München auf sich genommen haben. Alleine daran können Sie bereits ansatzweise erahnen, was der Meefo-Virus mit einem macht, wenn er erst mal Besitz von einem ergriffen hat!

Den ersten Knaller gab´s bereits am Freitag: Als ich gegen 19.30 Uhr von der Arbeit zu Hause eintraf, musste ich feststellen, dass mein Schwiegervater sein Rentnerdasein und das gute Wetter genutzt und unsere Steinterrasse ein wenig bepflanzt hatte. Ich war voller Freude und entdeckte tolle neue und interessante Pflanzen wie z.B. den Dachwurz, den Teppich-Sedum, das Goldtröpfchen und dann, ganz außen hatte er einen kleinen, staudenartigen, silbern glänzenden Busch gesetzt, ich traute meinen Augen kaum, er hatte "Silber Heiligenkraut" gepflanzt! Peter weiß zwar um meine Leidenschaft für das Ostseesilber, doch diese Pflanze hatte er ganz sicher aus anderen Gründen gekauft. Für mich stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest: Dieses Wochenende wird ein Knaller! Klarer Himmel mit viel Sonne, leichter auflandiger Wind aus westlichen Richtungen, hoch motivierte Gäste und Beistand in Form einer mystischen Pflanze. Mehr geht nicht!

In der ersten Stunde ging’s dann auch gleich rund und um haaresbreite hätte Marius eine dicke 10 Pfünderin anlanden können. Er war dann allerdings so freundlich seine Würfe einzustellen und dem netten Bootsangler den Vorzug zu lassen, der ihn quasi mit seinem driftenden Boot vom Riff gedrängt hatte, um selber die heiße Strömungskante anzuwerfen, an der Marius bereits seit gut 20 Minuten seinen Blinker platzierte. Und es kam, wie es kommen musste: Biss! Die dumme ... nein ich beruhige mich jetzt wieder! Die absolute Frechheit war allerdings, dass er auch noch die Dreistigkeit besaß, nachdem er den dicken Silberbarren beim geschätzten 10ten Versuch endlich in den viel zu kleinen Bootskescher befördern konnte, uns das Teil quasi unter die Nase zu reiben und mit ausgestreckten Armen den Fisch auf dem Boot hochzuhalten, um uns zuzurufen: "Genau 5Kg." In diesem Moment war Fonsi kurz davor ihm seinen 30 Snaps direkt in die Bootswand zu ballern. An Dreistigkeit und Frechheit ist so ein Verhalten nicht mehr zu überbieten!

Nachdem sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt hatten, fischten wir konzentriert unsere Würfe durch und verbrachten einen herrlichen Tag an einem tollen Naturstrand. Sonnenbrillen waren Pflicht und durch mehrmaliges Eincremen schützen wir uns vor der intensiven Sonneneinstrahlung. Doch auch bei uns ging jetzt die Sonne auf und Andi konnte den ersten Fisch des Tages landen, nachdem bei Marius und mir bereits ein Fisch ausgestiegen war. Während Andi schon Meerforelle Nummer zwei im Drill hatte, knallte es diesmal in meiner Rute und fast parallel waren wir im Drill. Bei mir war der Fisch so übermütig, dass er gleich zu Beginn des Drills zu einem herrlichen 1 Meter hohen Sprung mit doppeltem Salto vollzog. Und weil es so schön war, folgte gleich noch mal ein herzhafter, katapultartiger Sprung, diesmal jedoch konnte ich nur als Zuschauer wahrnehmen, wie sich Fisch und Blinker in zwei völlig unterschiedliche Richtungen in den Himmel schraubten. Den darauf folgenden dritten Jump hätte sich das junge Fräulein eigentlich sparen können, aber sie wollte mir wohl noch mal zeigen, wie gut sie auch ohne Metall im Mund springen kann. Laut platschend verabschiedete sie sich dann während Andi neben mir einen erneuten Jubelschrei ausstieß. Zwischen Andi und Fonsi, im internen Battle, stand es nun schon 2:0 für Andi. Fonsi war nun mittlerweile so heiß, dass er es sich auf einem großen Stein bequem gemacht hatte und von dort aus die Meerforellen ins Kreuzfeuer nahm. Nun war aber erst mal Raphael, der angehende Zahnarzt, an der Reihe und fühlte einer dicken und kugelrunden 48er auf den Zahn. Meinen zweiten Fisch versägte ich ebenfalls im Drill und Fonsi konnte noch richtig durchstarten und 3 Meerforellen landen, wobei die letzte gleich longline released wurde. Und ich weiß noch gar nicht, wie ich die nächsten zwei Wochen aushalten soll? Ich habe nämlich küstenfrei!



Fotos und Text: Jörn Wittenberg


Fangberichte

Dorsch Meerforelle

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